Kleinkind erkundet neugierig einen Raum – Symbol für Kindersicherheit im eigenen Zuhause, Kindersicherheitstag bei Kindersein

Was der Kindersicherheitstag Eltern ins Bewusstsein rufen will – und was ihr heute noch tun könnt

Was der Kindersicherheitstag Eltern ins Bewusstsein rufen will – und was ihr heute noch tun könnt

🛡 Kindersicherheitstag · 10. Juni 2026

Jedes Jahr am 10. Juni erinnert der bundesweite Kindersicherheitstag an eine Zahl, die viele überrascht. Die meisten schweren Unfälle mit Kleinkindern passieren nicht auf dem Spielplatz, nicht im Straßenverkehr – sondern zuhause. In den eigenen vier Wänden, in vertrauter Umgebung, oft in einem Moment der kurzen Unaufmerksamkeit.

Der Aktionstag, getragen von der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder", will genau das sichtbar machen: dass Prävention zuhause beginnt. Und dass die meisten dieser Unfälle vermeidbar wären.

Die Zahlen – und was sie bedeuten

85 % der Unfälle mit 1–2-Jährigen passieren zuhause
125.000 Kinder unter 5 Jahren stürzen jährlich so schwer, dass sie ärztlich behandelt werden
60 % der Unfälle mit 3–6-Jährigen ereignen sich in der eigenen Wohnung

Quellen: Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder", BAuA, BIG direkt gesund

Diese Zahlen sind nicht dazu da, Eltern Angst zu machen. Sie sind dazu da, den Blick dorthin zu lenken, wo er oft nicht ist: auf die eigene Wohnung. Auf das Regal das noch nicht gesichert ist. Auf das Fenster das nicht weit genug schließt. Auf die Schublade mit den Medikamenten.

Kinder lernen die Welt durch Ausprobieren. Sie klettern, weil Klettern Sinn macht. Sie öffnen, weil Öffnen neugierig macht. Sie fallen, weil Fallen zum Laufenlernen gehört. Das lässt sich nicht verhindern – und soll es auch nicht. Was sich verhindern lässt, sind die Umstände die aus einem normalen Sturz einen ernsten Unfall machen.

Kindersein Redaktion

Wo die Unfälle passieren – und warum

Häufigster Unfalltyp

Stürze – 50 % aller Kinderunfälle

Von der Wickelkommode, aus dem Bett, von Möbeln, die umkippen. Das Baby das sich dreht während die Windel gewechselt wird. Das Kleinkind das auf die Kommode klettert. Stürze sind vermeidbar – mit Anti-Kipp, Rausfallschutz und einem Gurt an der Wickelkommode. Beim Bett hilft ein Bodenbett mit erhöhtem Rundum-Schutzgitter und Tür, das den Übergang vom Babybett sicher gestaltet.

Unter 12 Monaten besonders gefährlich

Wickelkommode – der unterschätzte Ort

Der Sturz vom Wickeltisch ist bei Säuglingen die häufigste Ursache für Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen. Oft passiert das in einem Augenblick der Ablenkung – "kurz hingedreht" reicht für ein rollendes Baby.

Strangulationsgefahr

Jalousie- und Rolloschnüre

Schnüre an Jalousien und Rollos sind eine der am meisten unterschätzten Gefahren im Kinderzimmer. Kinder verwickeln sich in Sekunden. Die EU-Norm EN 13120 schreibt für neue Produkte Kindersicherheit vor – ältere Modelle müssen nachgerüstet werden.

Besonders für Kleinkinder

Möbel die kippen

Kommoden, Regale, Kleiderschränke – alles was steht, kann kippen wenn ein neugieriges Kleinkind daran zieht oder sich hochklettert. Das Gewicht spielt dabei keine Rolle: Ein 30-kg-Schrank kippt unter einem 12-kg-Kind das an einer offenen Schublade hängt.

⚠️ Das Timing-Problem Viele dieser Unfälle passieren nicht weil Eltern unaufmerksam sind – sie passieren weil das Kind plötzlich etwas kann, das es gestern noch nicht konnte. Das erste Drehen, das erste Klettern, das erste Schieben einer Schublade. Kindersicherung muss deshalb immer einen Schritt voraus sein – nicht reaktiv nach dem ersten Beinahe-Unfall.
🛏️ Schlafplatz, der mitwächst – ohne Sturzrisiko Ein häufig unterschätzter Moment ist der Übergang vom Gitterbett zum freien Schlafen. Ein bodennahes Bett verkürzt die Fallhöhe auf ein Minimum, ein erhöhtes Rundum-Schutzgitter mit Tür verhindert das nächtliche Herausrollen. Wer auf Nummer sicher gehen will beim Bodenbett, findet die passende 20-cm-Geländererhöhung ringsum als Ergänzung. Und in den ersten Monaten sorgt ein Beistellbett mit Umrandung für sichere Schlafnähe direkt am Elternbett.

Was ihr heute noch tun könnt – fünf konkrete Schritte

1

Wickelkommode: Gurt anlegen – immer, ohne Ausnahme

Der Gurt an der Wickelauflage rettet Leben. Und er wird erschreckend selten benutzt. "Nur kurz umdrehen" reicht für ein Baby das rollt. Heute, beim nächsten Wickeln: Gurt anlegen. Außerdem alle Pflegeprodukte vorher in Griffweite legen – das Weggehen zur Ablenkung gehört zu den häufigsten Unfallmomenten.

2

Anti-Kipp-Beschlag: alle stehenden Möbel im Kinderzimmer prüfen

Geht jetzt ins Kinderzimmer und prüft jedes stehende Möbelstück: Ist es gesichert? Ein Anti-Kipp-Beschlag kostet 5–15 Euro und 20 Minuten – und verhindert einen der häufigsten schweren Kinderunfälle. Nicht nur Schränke: auch Regale, Kommoden und Nachttische.

3

Jalousie-Schnüre: heute sichern oder ersetzen

Alle Schnüre von Jalousien, Rollos und Vorhängen auf mindestens 160 cm Höhe befestigen oder mit Schnurhaltern sichern. Keine Schlaufen bilden lassen. Wenn das Kinderzimmer Jalousien mit Schnüren hat: heute, nicht irgendwann.

4

Steckdosen: nicht alle – die erreichbaren

Nicht jede Steckdose in der Wohnung muss gesichert werden – aber alle die ein krabbelndes oder stehendes Kind erreichen kann. Schraubbare Abdeckungen sind sicherer als gesteckte. Oder: Steckdosen mit integriertem Berührungsschutz nachrüsten.

5

Fenster: Öffnung begrenzen – besonders jetzt im Sommer

Im Sommer öffnen Fenster öfter. Kinder klettern – auf Heizkörper, auf Fensterbänke, auf Möbel unter dem Fenster. Fensterstopps begrenzen die Öffnung auf 10 cm: genug Luft, zu wenig für ein Kind. Ein Fensterstop kostet 10–25 Euro pro Fenster.

🌱 Die ehrliche Einschätzung Kein Elternteil kann jede Gefahr ausschalten – und das ist auch nicht das Ziel. Kinder müssen Risiken erleben, Grenzen austesten, fallen und aufstehen. Was Kindersicherung leisten soll: die Umstände so gestalten, dass ein normaler Sturz kein schwerer Unfall wird. Das ist machbar. Und es beginnt mit einem Blick durchs Kinderzimmer.
🤱 Sichere Stillmomente – auch nachts Ein oft übersehener Sicherheitsaspekt: das nächtliche Stillen und Füttern. Müde Eltern, die im falschen Sessel oder im eigenen Bett einschlafen, sind ein reales Risiko. Ein stabiler Stillstuhl mit Schaukelfunktion bietet eine sichere, aufrechte Position für ruhige Füttermomente – mit fester Sitzfläche und Armlehnen, die Halt geben. Eine Alternative mit integrierter Kopfstütze ist der Schaukelstuhl Nordic.

Unser Sicherheitsguide – für alle die tiefer einsteigen wollen

Zum Kindersicherheitstag verweisen wir auf unseren ausführlichen Ratgeber, der alle Sicherheitsmaßnahmen nach Dringlichkeit geordnet auflistet – inkl. druckfertiger Checkliste für das Kinderzimmer:

Unser ausführlicher Guide → Kinderzimmer sicher einrichten: 20 Tipps + druckfertige Checkliste

Und für alle die gerade die Wickelkommode im Blick haben:

Sicher wickeln von Anfang an → Wickelkommode – was wirklich auf Sicherheit ankommt

Sicherheits-relevante Produkte bei Kindersein

Alle Kinderbetten und Kommoden bei Kindersein werden nach EN 716 geprüft geliefert und kommen mit Anti-Kipp-Beschlag. Weil Sicherheit kein Extra sein sollte.

Alle sicherheitsgeprüften Babymöbel → Kindersein Babymöbel – EN-normgeprüft, mit Anti-Kipp, langlebig

Der Kindersicherheitstag wird jährlich am 10. Juni von der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder e.V." ausgerichtet. Weiterführende Informationen und Aktionen findet ihr unter kindersicherheit.de.

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